Lange ITU-Weltmeister im Aquathlon

Vom 06.-14. Juli fand in Odense, Dänemark ein Triathlon-Festival statt, wo die Altersklassen-Weltmeister im Duathlon, Cross-Triathlon, Aquathlon, Aquabike und auf der Triathlon-Langdistanz ermittelt wurden. 3000 Sportler aus 48 Ländern kämpften bei diesen Multisport-Wettkämpfen um Titel und Medaillen. Mit dabei: Herbert Lange vom SV Stahl Hennigsdorf hatte sich als einziger Deutscher in der AK 70 für die WM im Aquathlon und im Triathlon über die Langdistanz qualifiziert und startete für die Deutsche Nationalmannschaft.

 

Aquathlon

Die Aquathlon Weltmeisterschaften werden seit Jahren von den

US-Amerikanern dominiert. Auch in diesem Jahr waren in der AK 70 gleich drei „US-Oldies“ gemeldet und waren sich sicher, die Medaillen unter sich auskämpfen zu können. Allerdings hatten sie den 72-jährigen Oranienburger Herbert Lange nicht auf ihrer Rechnung. Lange, der zum ersten Mal bei einer Aquathlon-Weltmeisterschaft an den Start ging, wollte in die Phalanx der starken Amerikaner einbrechen und selbst Edelmetall erkämpfen. Dass er gleich bei seiner ersten WM die Favoriten düpieren und den Weltmeistertitel erringen würde, hatte er nicht erwartet.

 

Am Start beäugten sich die Amerikaner untereinander, um ihre Siegchancen auszuloten. Alle anderen Teilnehmer wurden von ihnen gar nicht beachtet. Dies motivierte Herbert Lange erst recht, alles zu geben und sich nicht einschüchtern zu lassen. Über die 1 km in der 16 Grad kalten und welligen Ostsee legte er gleich zu Beginn richtig los und erschwamm sich einen ordentlichen Vorsprung auf die favorisierten Amerikaner und den Rest des Feldes. Beim anschließenden 5 km Lauf hatte Herbert seine Gegner immer im Blick, konnte so das Tempo kontrollieren und seine Gegner auf Abstand halten. „Ich war froh, dass ich mit meinen Kräften haushalten konnte. So konnte ich mich sogar ein wenig schonen, da ich ja 2 Tage später den Triathlon Langdistanz angehen wollte.“, sagte Herbert im Nachgang über das Rennen.

 

Triathlon Langdistanz

Mit einem Tag Pause ging es dann in Odense am Samstag weiter mit der WM Triathlon Langdistanz. Auch hier hatte sich Herbert Lange als einziger deutscher Starter qualifiziert. Nach 3 km Schwimmen im Salzwasser in einem Quallenschwarm stieg er mit 16 min Vorsprung vor dem späteren Sieger auf‘s Rad. Auf diesem mussten 122 km in einem Rundkurs bewältigt werden. Größter Gegner war – wie in Dänemark nicht anders zu erwarten – der starke Wind, der gefühlt immer von vorne kam. Trotzdem erreichte Herbert eine hervorragende Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,2 km/h. Bis dahin lief alles super. Doch dann kam der abschließende Lauf über 31 km. Hier bekam Herbert leider gleich zu Beginn Krämpfe: „Das tat höllisch weh und ich hatte bereits alle Medaillenhoffnungen aufgegeben. Ich wollte nur ankommen und nicht aufgeben. Also lief ich verhalten weiter und machte sogar Gehpausen nur um keine weiteren Krämpfe zu riskieren.“

 

Glücklich erreichte er in 8:35 h das Ziel. Mit einer Medaille hatte er zu diesem Zeitpunkt wegen der starken Konkurrenz gar nicht mehr gerechnet. Umso mehr freute er sich, als er erfuhr, dass er einen hervorragenden zweiten Platz belegt hatte – mit nur 4 min Rückstand auf den Sieger! Er freute sich riesig über die unverhoffte Silbermedaille, resümierte dann aber gleich: „ Schade, dass ich die Gegner nicht sehen konnte, sonst hätte ich schon noch einiges zulegen können“.

 

Wir gratulieren Herbert Lange ganz herzlich zu dieser fantastischen Leistung und werden sicher auch noch künftig von ihm hören oder

lesen: am kommenden Sonntag startet er in Senftenberg bei der LM Sprint und eine Woche später bei der Deutschen Meisterschaft im Cross-Triathlon in Schalkenmehren, um seinen Titel aus dem letzten Jahr zu verteidigen.